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Die Ferieninitiative schadet KMU und Arbeitnehmenden

Die Schweizer KMU stehen vor grossen Herausforderungen: Der Franken ist stark überbewertet, die Weltwirtschaft schwächelt und auch in der Schweiz gerät der Wirtschaftsmotor ins Stottern. Da kommt die Ferieninitiative der Gewerkschaften, über die am 11. März 2012 abgestimmt wird, zum schlechtesten Zeitpunkt.

Denn die Ferieninitiative bürdet den KMU Mehrkosten von über 6 Milliarden Franken pro Jahr auf. Damit schwächt sie die Wettbewerbsfähigkeit der Schweiz und gefährdet Arbeitsplätze. Ausserdem durchkreuzt die Initiative bewährte sozialpartnerschaftliche Lösungen, verhindert Lohnerhöhungen und sorgt gar für mehr Stress am Arbeitsplatz. Deshalb lehnen der Bundesrat, alle bürgerlichen Parteien und alle Wirtschaftsverbände die Vorlage ab. Weitere Gründe gegen die Ferieninitiative finden Sie hier.

Aktuellste News

Zwangsferien sind der Tod der flexiblen Arbeitsarrangements

22. Februar 2012: Die Forderung nach «6 Wochen Ferien für alle» tönt sympathisch. Und sie wird von den Initianten unter anderem scheinbar vernünftig mit dem Bedürfnis der Arbeitnehmenden nach mehr Erholung und einer erleichterten Vereinbarkeit von Familie und Beruf begründet. Bei näherer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass die Initiative für viele der Beschäftigten unnötig ist und dem Anliegen der Frauen nach einer verbesserten Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft entgegensteht. Weiterlesen.

Gerold Bührer, Valentin Vogt, Hans Hess, Blaise Matthey (von links). Foto: Felix Brodmann, pressetext Nachrichtenagentur GmbH.

Gerold Bührer, Valentin Vogt, Hans Hess, Blaise Matthey (von links). Foto: Felix Brodmann, pressetext Nachrichtenagentur GmbH.

Spitzenverbände der Wirtschaft sagen NEIN zur Ferieninitiative

21. Februar 2012: Die Ferieninitiative ist das falsche Rezept für den Standort Schweiz, denn bereits heute weist die Schweiz sehr hohe Arbeitskosten auf. Eine weitere Erhöhung schadet unserer Wettbewerbsfähigkeit und gefährdet Arbeitsplätze. Ausserdem höhlt die Initiative mit ihrer starren Vorgabe die bewährte Sozialpartnerschaft aus. Darum engagiert sich die Wirtschaft gegen die nicht finanzierbare Ferieninitiative.

Dies betonten Vertreter des Arbeitgeberverbands, Swissmem, der Fédération des Entreprises Romandes Genève und economiesuisse anlässlich einer Medienkonferenz heute Dienstag, 21. Februar 2012 in Bern. Das Mediendossier mit der Medienmitteilung und den Referattexten finden Sie hier.

Vier Wochen Ferien sind die Ausnahme

20. Februar 2012: Die Schweizer Ferienpraxis zeigt: Nur noch wenige Branchen geben sich mit dem Minimum von vier Wochen Ferien zufrieden. Wie die «Berner Zeitung» in einem Artikel vom 20.2.2012 recherchiert, hat man sich im Gastgewerbe bereits auf fünf Wochen Ferien geeinigt. Auch im Detailhandel gelten grosszügige Regelungen, zumindest bei den Grossunternehmen. So erhalten Coop-Angestellte bis 49 Jahre fünf Wochen, mit 63 sogar acht Wochen Ferien. Migros gewährt ebenfalls mindestens fünf Wochen Ferien, mit fortgeschrittenem Alter beziehen Mitarbeiter bis zu sieben Wochen Ferien.

Bei der Schweizer Coiffeurbranche stehen eigentlich vier Wochen Ferien auf dem Papier. Kuno Giger, Zentralpräsident von Coiffuresuisse, bestätigt jedoch, dass diese Praxis bereits teilweise überschritten wird, weil in einem früheren Gesamtarbeitsvertrag bereits einmal viereinhalb Wochen festgehalten wurden. Im Mai stimmt die Delegiertenversammlung über fünf Wochen Ferien ab. Auch bei den Gipser- und Malerberufen tut sich etwas. Um sich den anderen Branchen im Baugewerbe anzunähern wurde 2009 der Ferienanspruch auf 22 Tage erhöht.

450 Millionen Mehraufwand in beider Basel

20. Februar 2012: Die Aussicht auf «6 Wochen Ferien für alle» versetzt die Basler KMU in Alarmbereitschaft. Gemäss der «Basler Zeitung» rechnet der Arbeitgeberverband Basel in beider Basler Halbkantone bei einer Annahme der Initiative mit jährlichen Mehrkosten von rund 450 Millionen Franken.

Neben zusätzlichen Personalkosten, Überstunden und Mehrbelastung für «Daheimgebliebene», stellen sich einige Basler KMU auch auf Anpassungen bei der Personalstruktur ein. Im Klartext bedeutet das: tiefere Löhne, weniger Festangestellte, mehr Temporärmitarbeiter und die Aufgabe von Geschäftszweigen.

Die Ferieninitiative ist «überrissen», findet BZ-Wirtschaftsredaktor Claude Chatelain

17. Februar 2012: Die Gewerkschafts-Forderung nach sechs Wochen Ferien sei «übertrieben», schreibt Claude Chatelain in einem Beitrag auf dem «Berner Zeitung»-Blog. Der Wirtschaftsredaktor beschäftigt sich darin insbesondere mit der Frage, warum gerade sechs Wochen Ferien gefordert werden, und nicht etwa eine «sanfte» Erhöhung von vier auf fünf Wochen.

Claude Chatelain bloggt: «Eine Erhöhung des gesetzlichen Ferienanspruchs von vier auf fünf Wochen hätte man mit gutem Gewissen fordern können. Leider steht dieser Vorschlag nicht zur Debatte. Zur Abstimmung kommt lediglich eine 50-prozentige Zunahme des gesetzlichen Ferienanspruchs auf sechs Wochen. Das ist überrissen.»

Der ganze Beitrag kann hier nachgelesen und kommentiert werden.

«Die Ferieninitiative gefährdet den Werkplatz Schweiz.»

Martin Schmid, Ständerat FDP.Die Liberalen/GR